Nabel- und Narbenbrüche
Wenn Sie bei sich einen Nabel- oder Narbenbruch vermuten oder bereits festgestellt haben, bespreche ich mit Ihnen im Rahmen eines Erstgespräches gerne die therapeutischen Möglichkeiten.
Bei einem Nabelbruch (Nabelhernie) ist die Bauchdecke im Bereich des Nabels beschädigt. Durch die entstandene Öffnung kann es zur Vorwölbung von Bauchfett oder gelegentlich auch Darmschlingen kommen. Von aussen sichtbar ist eine weiche Vorwölbung des Nabels, die unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann.
Bei einem Narbenbruch (Narbenhernie) liegt ebenfalls eine Lücke in der Bauchdecke vor, die aber im Bereich einer alten Narbe, meistens nach grösseren Baucheingriffen auftritt.
Typische Beschwerden bei Nabel- oder Narbenbrüchen sind ein unangenehmes Klemmen, Ziehen oder Drücken in der Nabelgegend oder im Bereich der alten Narbe, die vor allem am Abend oder nach grösseren Mahlzeiten auftreten. Auch unter starker körperlicher Belastung können Nabel- und Narbenbruch Beschwerden verursachen.
Risikofaktoren für die Entstehung eines Nabelbruches sind Übergewicht, Schwangerschaft, körperlich anstrengende Arbeit, Bindegewebsschwäche und generelle Druckerhöhungen im Bauchraum wie zum Beispiel durch chronische Verstopfung und Pressen beim Stuhlgang oder chronischem Husten.
Die Diagnose eines Nabelbruches kann meistens durch eine körperliche Untersuchung gestellt werden. Je nach Untersuchbarkeit braucht es gelegentlich eine ergänzende Ultraschalluntersuchung oder eine Computertomographie.
Im Unterschied zu Nabelbrüchen braucht es bei Narbenbrüchen oftmals eine Computertomographie vor der Operation, um das Ausmass der Bruchlücke zu bestimmen und allfällige weitere Narbenbrüche aufdecken zu können.
Wenn eine Nabelhernie Beschwerden verursacht, bedarf es einer operativen Therapie. Hierbei wird abhängig von der Grösse der Bruchlücke und verschiedenen Patientenfaktoren, die Bruchlücke direkt mit speziell reissfesten Fäden verschlossen oder die Bauchwandintegrität mit einem Netz wiederhergestellt.
Eine Narbenhernie hingegen wird immer mit einem Netz versorgt.
Beide Hernien werden meistens offen operiert, die Grösse des Hautschnittes ist dabei abhängig von der Grösse der Bruchlücke in der Bauchwand. Kleine Nabelbrüche werden oft ambulant operiert, bei grösseren Nabelbrüchen und bei einer Netzimplantationen ist meistens ein stationärer Spitalaufenthalt von 3-4 Tagen notwendig. Auch braucht es abhängig von der Grösse des operativen Eingriffs Drainagen, die noch auftretende Restblutungen aus dem Wundgebiet ableiten. Diese werden abhängig von der Fördermenge für 1-3 Tage belassen.
Es besteht weder die Möglichkeit zur Spontanheilung noch existieren medikamentöse Therapiemöglichkeiten.
Abhängig davon, ob ein Netz implantiert wird oder nicht, variiert die postoperative Arbeitsunfähigkeit zwischen 1-6 Wochen.